11.08.2016 | Klassenkampf

Perspektive-Tresen: Eine Frage der Klasse

Viele in den Mainstream-Medien, in der akademischen Soziologie und auch in der linken Szene reden gerne über die »Mittelklasse« oder die »Mittelschicht«. Aber wo ist »die Mitte«? Und was ist eine »Schicht«? Auch innerhalb der marxistischen Theorie wird zum Teil von der »Mittelklasse« oder mehreren »Mittelklassen« gesprochen. Eine weitere Frage bei der Analyse der kapitalistischen Gesellschaft stellt sich bezüglich der Aktualität der Begriffe »Arbeiter*innenklasse« beziehungsweise dem »Proletariat«. Teile der Linken haben sich von diesen Kategorien verabschiedet und beziehen sich stattdessen auf diffuse Begriffe wie die »Multitude«. Für die Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise ist die lohnabhängige Klasse jedoch weiterhin der zentrale Bezugspunkt. Wir wollen darüber sprechen auf wen sich der Begriff »Lohnabhängige« bezieht und welche Rolle sie im revolutionären Prozess spielen. Kritisch betrachtet werden sollten sowohl subjektivistische Positionen, welche die gesellschaftliche Lage ausblenden, als auch kulturalistische Positionen, die sich nur auf einen Teil, vor allem der handarbeitenden Lohnabhängigen beziehen. Unter anderem zu diesen Fragen wird Detlef Georgia Schulze einen Vortrag halten und einige Überlegungen zum Thema »Klassenanalyse« vorstellen.

Dienstag | 13. September 2016 | 19 Uhr | Bandito Rosso | Lottumstraße 10a

Tags: Klassenkampf, Perspektive-Tresen, Revolution

11.08.2016 | Sexismus

Positionierung zum patriarchalen Geschlechterverhältnis

Anlässlich des Diskussionsbeitrages der Roten Aktion Berlin zum Thema »Umgang mit Gewalt gegen Frauen (in linken Strukturen)« haben wir uns mit dem Patriarchat und dem Verhältnis von Feminismus und Marxismus auseinandergesetzt. Dazu haben wir im August 2016 ein Positionspapier veröffentlicht. Im Text geht es um eine kritische Auseinandersetzung damit, dass die »Frauenfrage« im Marxismus als Klassenfrage behandelt wird. Dazu haben wir uns mit klassischen marxistischen Texten von Engels, Zetkin und Bebel beschäftigt. Außerdem werden in dem Papier Geschlechterstereotype und geschlechtshierarchische Arbeitsteilung thematisiert.

 

Tags: Frauenkampf, Sexismus

24.07.2016 | Sexismus

Perspektive-Tresen: Familienglück?

Die bürgerliche Kleinfamilie ist nach wie vor das gesellschaftliche Leitbild, obwohl in der BRD nur noch gut 20 Prozent der Haushalte diesem Modell mit »leib­lichem« Vater, Mutter und ein oder mehreren nicht volljährigen Kindern entsprechen. Die Familie gilt weiterhin als der Ort von Geborgenheit, Sicherheit und Glück. Für Frauen bedeutet das patriarchale Familienverhältnis jedoch oft ökonomische Abhängigkeit, Doppelbe­lastung und in vielen Fällen erleben sie auch häusliche Gewalt durch den Partner. Die bürgerliche Kleinfamilie ist verbunden mit einer geschlechtshierarchischen Arbeitsteilung, bei der den Frauen die Haus-, Sorge- und Erziehungsarbeiten zugewiesen werden. Auch wenn sich andere Formen des Zusammenlebens zunehmend etabliert haben, halten nicht nur konservative Kräfte am traditionellen Verständnis von Familie fest. Mit Familismus wird eine Ideologie bezeichnet, welche die heterosexuelle Kleinfamilie als zentrale Grundlage der Gesellschaft ansieht. Die feministische Historikerin Gisela Notz wird einen Vortrag zum Thema Familismus halten. Dabei wird es um die historische Entwicklung der bürgerlichen Kleinfamilie und um die Perspektive der Überwindung des patriarchalen Familienmodells durch alternative Lebensformen gehen.

Montag | 8. August 2016 | 19 Uhr | Bandito Rosso | Lottumstraße 10a

Tags: Frauenkampf, Sexismus

29.06.2016 | Antira & Antifa

Abschiebungen von Rom*nja stoppen!

Seit Mai 2016 protestieren Rom*nja in Berlin für ihr Bleiberecht und das aller Rom*nja. Die Bundesregierung hat Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien als »sichere Herkunftsländer« eingestuft. Für Rom*nja sind diese Länder jedoch nicht sicher, sondern sie sind dort rassistischer Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt. Wir fordern ein bedingungsloses Einreise- und uneingeschränktes Bleiberecht für Rom*nja!

Demonstration | 10. Juli 2016 | 14 Uhr | Hermannplatz

Tags: Antirassismus, Geflüchtete, Rassismus

05.05.2016 | Klassenkampf

Bericht vom 1. Mai 2016 mit Fotos

Am 1. Mai 2016 beteiligten sich etwa 250 Menschen am klassenkämpferischen Block auf der DGB-Demonstration. Die Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration startete mit mehreren Tausend Menschen trotz des polizeilichen Verbots wie geplant vom Oranienplatz aus und zog durchs Myfest. An der Demonstration beteiligten sich insgesamt etwa 20 000 Menschen, die Berliner Polizei hat 13 000 Teilnehmer*innen angegeben. Die DGB-Demonstration begann wie in den letzten Jahren um 10 Uhr am Hackeschen Markt und zog mit einigen Tausend Teilnehmer*innen bis zum Platz des 18. März. Der klassenkämpferische Block beteiligte sich daran unter dem Motto »Klassenkampf kennt keine Grenzen!«. Bereits am 30. April 2016 fand in Berlin-Wedding die antikapitalistische Demonstration unter dem Motto »Organize – Nachbar*innen gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung« mit mehreren Tausend Teilnehmer*innen statt.

Tags: 1. Mai, Klassenkampf

05.05.2016 | Antira & Antifa

Naziaufmarsch verhindern!

Am 12. März konnten tausende Neonazis, Hooligans, NPD- und BärGiDa-Anhänger*innen sowie selbsternannte »besorgte Bürger*innen« ungestört durch Berlin-Mitte ziehen. Enrico Stubbe, der diese Demo anmeldete, will nun am 7. Mai an seinen Erfolg anknüpfen. Unter dem Motto »Merkel muss weg – Wir schaffen das 2. Runde« wollen die Rechten vom Hauptbahnhof zum Kanzlerinnenamt laufen. Laut Polizeiangaben werden zu der Demonstration bis zu 5000 Rechte erwartet. Wir dürfen nicht zulassen, dass auch diese Demo ungestört laufen kann.

Kommt am 7. Mai 2016 um 13 Uhr zum Hackeschen Markt
Naziaufmarsch verhindern!

Tags: Antifaschismus, Nazigewalt, Rassismus

25.04.2016 | Antira & Antifa

Perspektive-Tresen: Bewaffnet gegen Nazis

Wenn über die französische Résistance geschrieben oder gesprochen wird geht es in der Regel um den nationalen Widerstand, der von General de Gaulle gegen die deutsche Besatzung geführt wurde. Tatsächlich aber gab es noch viele andere Gruppen, die organisiert gekämpft haben. 1941 nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion rief die kommunistische Partei Frankreichs zum bewaffneten Kampf auf. In der kommunistischen Widerstandsgruppe FTP-MOI kämpften viele jüdische Immigrant*innen aus Osteuropa. Die Gruppe organisierte eine Vielzahl von Sabotageaktionen, Entgleisungen von Militärzügen und Tötungen von hochrangigen Nazis und deren Kollaborateuren. Im Februar 1944 wurden 23 MOI-Mitglieder nach einem Schauprozess hingerichtet. Anlässlich des 8. Mai – dem Tag der Befreiung – beschäftigen wir uns mit dem antifaschistischen Widerstand im besetzten Frankreich. Dazu wird es einen kurzen Vortrag zur Entstehung und Organisation der FTP-MOI geben. Außerdem zeigen wir den Film »Widerstandskämpfer im Ruhestand« des französischen Filmemachers Mosco Boucault von 1985. Im Film sprechen sieben Überlebende von ihrem Kampf gegen die faschistische deutsche Armee und von ihrer Trauer über den Verlust ihrer Familien und Mitkämpfer*innen.

Dienstag | 10. Mai 2016 | 19 Uhr | Bandito Rosso | Lottumstraße 10a

Tags: Bewaffneter Kampf, Frankreich, Geschichte, Rassismus

26.01.2016 | Sonstiges

Audiomitschnitt der Lesung und Diskussion mit Ellen Schernikau

Ellen Schernikau hat im Rahmen des Perspektive-Tresens »Schernikaus Blick auf die DDR« am 13. Oktober 2015 einzelne Abschnitte aus »die tage in l. – darüber, dass die ddr und die brd sich niemals verständigen können, geschweige mittels ihrer literatur« ihres Sohnes Ronald M. Schernikau gelesen. Das Werk ist Teil seiner Abschlussarbeit am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig, an dem er als erster Westberliner von 1986 bis 1989 studierte. Der Text besteht aus zum Teil satirischen Alltagsbeobachtungen, Kommentaren und Dialogen über die gesellschaftliche Realität der DDR und der BRD. Ronald Schernikau legt im Text auch die Beweggründe für seinen Umzug in die DDR dar.

Tags: Klassenkampf, Kommunismus & Sozialismus, Perspektive-Tresen

11.01.2016 | Internationalismus

Audiomitschnitt zur Veranstaltung mit Nick Brauns zu Rojava

Am 8. Dezember 2015 hat der Journalist und Historiker Nick Brauns einen Vortrag bei unserem Perspektive-Tresen zum Thema »Rojava – Realität und Perspektive« gehalten. Es ging bei seinem Beitrag um eine Einschätzung des Projektes Rojava aus marxistischer Sicht. Dabei beleuchtete er zunächst die Geschichte der Revolution in Rojava und analysierte anschließend die aktuelle Situation bezogen auf die Ökonomie und Klassengesellschaft in Rojava. Die Selbstorganisierung in Rätestrukturen, der Aufbau von Kooperativen und der Befreiungskampf der Frauen waren ebenso Thema wie die Rolle der PYD und der Gesellschaftsvertrag. Es wurden Schwierigkeiten und Herausforderungen in Rojava beleuchtet, wie die Frage des Großgrundbesitzes, des Embargos und der taktischen Allianz mit den USA.

Tags: Internationalismus, Rojava, Syrien

27.09.2015 | Internationalismus

Kampagne Support Rojava

In Westkurdistan – Rojava – findet seit 2012 ein Prozess der Umgestaltung hin zu einem alternativen fortschrittlichen Gesellschaftsmodell statt. Der Islamische Staat (IS) konnte aus Rojava zurückgedrängt und weite Gegenden von seiner Kontrolle befreit werden. Im Juni 2015 befreiten Einheiten der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG und der Frauenverteidigungseinheiten YPJ sowie »Burkan al-Firat«, ein Bündnis aus YPG und Teilen der FSA, die Stadt Tal Abyad vom IS. Dies war ein strategisch entscheidender Sieg, da die Stadt eine wichtige Nachschubroute für den IS darstellte. Rojava zeigt, dass es Alternativen zu Krieg, Besatzung, Unterdrückung und religiösen Fundamentalismus gibt. International gibt es verschiedene Solidaritäts-Initiativen für Rojava, zum Beispiel das »Internationale Freiheitsbataillon« in dem Kommunist*innen aus mehreren Ländern den Kampf vor Ort unterstützen oder die Hilforganisation Cadus, welche unter anderem eine mobile Klinik in Rojava aufbaut. Die Kampagne »Support Rojava« will über die verschiedenen Aktivitäten Öffentlichkeit schaffen und die Rolle der BRD und ihrer Nato-Verbündeter im Konflikt beleuchten.

 

Tags: Internationalismus, Krieg, Rojava, Syrien, Türkei und Kurdistan

22.03.2015 | Sexismus

Audiomitschnitt der Veranstaltung zu Feminismus und Marxismus

Am 10. März 2015 hat Detlef Georgia Schulze einen Vortrag bei unserem Perspektive-Tresen im Bandito Rosso gehalten. Im Vortrag wurde das Verhältnis von Marxismus und Feminismus beleuchtet. Die marxistische Position den Frauenkampf als Aspekt des Klassenkampfes zu betrachten, wurde dabei in Frage gestellt. Stattdessen betonte Detlef Georgia, dass das Geschlechterverhältnis ein Herrschaftsverhältnis ist, welches trotz gegenseitiger Beeinflussungen relativ unabhängig von den Klassenverhältnissen zu analysieren ist. Die verschiedenen Strömungen des Feminismus – liberaler, radikaler und sozialistischer Feminismus sowie der Queerfeminismus beziehungsweise dekonstruktivistische Feminismus – wurden dargestellt.

Tags: Frauenkampf, Klassenkampf, Sexismus

Bewegte Bilder

Veranstaltungstipps

02.09.2016 | 07:30 Uhr | Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Berlin | Demonstration: Blockade des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

17.09.2016 | 12:00 Uhr | Anhalter Bahnhof | Berlin | Demonstration: Demonstration gegen den "Marsch für das Leben"

Aktuelle Newsletter

01.08.2016: Newsletter Nummer 047

02.07.2016: Newsletter Nummer 046

05.06.2016: Newsletter Nummer 045

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